Nachdem zunächst der äußere Zustand des Turmes „in Schuss gebracht worden war", konnte man mit der Innensanierung beginnen. Das Alte und Historische sollte in jedem Fall bewahrt, das notwendige Neue aber eindeutig als „neu" dargestellt und auch vom Alten konsequent abgegrenzt werden, um so eine ganz bestimmte Raumwirkung erzielen zu können. Einerseits sollte der typische Charakter des Wehrturmes der Stadtbefestigung erhalten bleiben, andererseits wollte man den Turm aber auch praktisch nützen. Und damit begannen die Schwierigkeiten. Lange Verhandlungen um den Denkmal- und Brandschutz, der Kampf gegen die Taubenplage und der totale Wurmbefall verzögerten die eigentlichen Ausbauarbeiten doch erheblich.
Ausbau auf sieben Ebenen:
Die Nutzung des Turminneren erfolgt auf sieben verschiedenen Ebenen. Unten ist die Eingangs- und Empfangsebene. Hier befindet sich eine Garderobe, Informationstafeln zur Baugeschichte und die WC-Anlage. In der Ebene darüber wird zwischen Stahl und Glas die traditionsreiche Zunftfahne der Schreinerinnung behütet.
Zunftstube und Archiv:
Über eine weitere Treppe gelangt man in die Zunftstube. Kleine Versammlungen, Besprechungen oder ein zünftiger Stammtisch werden hier abgehalten. Damit auch für das leibliche Wohl gesorgt werden kann, ist im Dielenbereich mit seinen schönen Gewölben eine kleine Küche geschickt eingebaut. Über die historische Treppenanlage gelangt man in die Archivräume der Innung.Hier werden
historische Schriften, alte Protokollbücher, Pläne und Zeichnungen des Schreinerhandwerks aufbewahrt.
Historische Ausstellung:
Über die unverändert erhaltenen, winkligen und sehr engen Treppen kommt man dann in die beiden Ausstellungsebenen der Schreinerinnung. In modernen Vitrinen sind historische Werkzeuge und kleinere Werkstücke ausgestellt, die einen Einblick in die Entwicklung des Schreinerhandwerk geben.
Ausblick vom Turm:
Über eine letzte Treppe gelangt man dann in das Heiligtum des Turmes, die Meisterstube der Innung. An diesem geschichtsträchtigen Ort empfängt der Obermeister nach alten Zunftbräuchen die besonderen Gäste. Von hier hat der Besucher auch einen herrlichen Ausblick über die ganze Stadt.
Die Inneneinrichtung und Ausstattung ...
ist mit sehr viel Feingefühl und Einfühlungsvermögen von den Gestaltern der Meisterschule in Garmisch-Partenkirchen entworfen worden. Sie ist das Ergebnis eines Wettbewerbes, das die Innung Augsburg ausgeschrieben hatte. Die schlichte moderne Gestaltung der Möbel und Einbauten sowie das helle Ahornholz fügen sich sehr schön in das historische Ambiente ein.
Initiative und Engagement der Augsburger Innungsschreiner:
Der Wertachbrucker Torturm in Augsburg ist wohl das einzige Projekt, das fast nur von Firmen der Handwerkervereinigung „Qualität am Bau" betreut und saniert wurde. Die Schreinerinnung Augsburg mit ihrem Innungsobermeister Siegfried Schmid, der Architekt Peter Wittmann und die am Bau beteiligten Handwerker haben mit beispielhaftem Engagement diese aufwendige und schwierige Aufgabe gelöst und dem Schreinerhandwerk ein Denkmal gesetzt, das seinesgleichen sucht.
Weitere Informationen über das Wertachbrucker Tor bei:
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